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Es war in unsres Lebensweges Mitte,
als ich mich fand in einem dunklen Walde,
denn abgeirrt war ich vom rechten Wege,
wohl fällt mir schwer zu schildern diesen Wald…
(aus „Die göttliche Komödie“ von Dante Alighieri )

Der vom Gesetzgeber angeschobene Strukturwandel sorgte, besonders in diesem letzten Jahr der Eingliederungshilfe nach dem SGB XII, nicht nur für pure Euphorie. Sowohl bei den Mitarbeitern in leistungserbringenden Stellen und Verwaltungen aber vor allem bei betroffenen Menschen sorgte er wie ein Gespenst für zunehmende Unsicherheit und Verwirrung. Wir sehen mit Sorge wie, gerade für suchtkranke Menschen klassische, Problemlagen in die Eigenverantwortung der betroffenen Menschen abgegeben werden sollen.

Wir erlebten wie im zweiten Halbjahr eine bürokratische Lawine, deren Dunst jede Transparenz vernebelt, ausgelöst wurde. Wir nehmen zur Kenntnis das, wenige Wochen vor dem Stichtag, keine ausreichende Klarheit darüber besteht ob Menschen mit psychischer Erkrankung, also auch suchtkranke Menschen, zukünftig tatsächlich einen Anspruch auf Leistungen der Eingliederungshilfe haben werden. Wir nehmen zur Kenntnis, dass der Umfang zukünftiger Leistungen aus der Zuordnung zu Hilfebedarfsgruppen resultieren wird. Wir wissen jedoch das hilfebedarfsrelevante Problemlagen und Themen zwar auf Basis von Erfahrung, Routine und Fachwissen zuordenbar erscheinen mögen, dies jedoch aufgrund ihrer Spezifizität, Komplexität und Veränderbarkeit im Rahmen persönlicher, milieuspezifischer und gesellschaftlicher Entwicklungen aber faktisch nicht sein können (vgl. F. Schütze, „ethnografische Sichtweise“). Wir fürchten daher, dass viele psychisch gehandicapte Menschen Gefahr laufen, zukünftig schlicht einmal mehr übrig zu bleiben.

Wir wissen aber nur zu genau, dass eine Gesellschaft, welche sich übrig gebliebene Menschen leistet, einen Schmelztiegel mit Gebräu voller nährbarer Zutaten für Ausgrenzung, Intoleranz und soziale Konflikte befeuert! Wir hoffen daher sehr, dass in der anbrechenden Übergangszeit genügend Ressourcen mobilisiert werden können, um die Chance auf wirksame Leistungen der Eingliederungshilfe zukünftig, barrierefrei allen behinderten und von Behinderung bedrohten Menschen einzuräumen.

nachdenkliche Grüße aus Halle

U. Kästner

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